Vortragsveranstaltung „Shell Jugendstudie 2015“
Die 17. Shell Jugendstudie mit dem Titel „Eine pragmatische Generation im Aufbruch“ wurde im Oktober 2015 veröffentlicht.
Die Shell Jugendstudien untersuchen seit 1953 die Lebenswelt der 12- bis unter 25-jährigen in Deutschland. Sie trifft Aussagen zu den Bereichen Bildung, Beruf und Arbeitswelt, Internetnutzung/Onlineverhalten, Freizeit, Gesellschaft, Politik, und Familie. Sie bietet die Möglichkeit, Generationen in ihren Einstellungen und Vorstellungen zu vergleichen. Jede Generation zeichnet sich durch spezifische Merkmale ihrer Sicht auf die Zeit aus. So vollzog sich bereits ein Wandel von einer durch Ängste und Unsicherheit bzgl. der eigenen Zukunft geprägten Generation (Jg. 1981-1994) hin zu der heutigen (Jg. 1990-2003) „pragmatischen Generation im Aufbruch“.
Für diese Generation sind Bildung und flexible Arbeitsformen bei gleichzeitiger Sicherheit des Arbeitsplatzes von hoher Bedeutung. Die Familie bleibt weiterhin sehr wichtig, jedoch wollen die Jugendlichen insgesamt weniger eigene Kinder als in den befragten Generationen zuvor. Deutlich sind auch schichtspezifische und geschlechtsspezifische Unterschiede in den Einstellungen und Sichtweisen der Jugendlichen.
Als Referent konnte der Koordinator der Shell Jugendstudie, Herr Axel Pommeränke gewonnen werden.
- Hier finden Sie den Vortrag (.pdf) von Herrn Pommeränke zum herunterladen.
- Die wichtigsten Ausführungen ergänzend zum Vortrag finden Sie an dieser Stelle.
Im Anschluss wurde noch im Plenum gemeinsam diskutiert, welche Rückschlüsse sich für die Arbeit in der Bildungsregion Landkreis Stade aus den bundesdeutschen Ergebnissen ziehen lassen. Dabei waren vor allem ein Punkt relevant: Jugendliche, die sich vom Arbeitsmarkt wenig angesprochen fühlen und sich auch im Bildungssystem nicht oder nicht genügend aufgehoben fühlen. Es wurde auch darauf hingewiesen, dass zunehmend psychische Instabilitäten diese jungen Menschen begleiten und es wurde vermutet, dass dies auch auf die kürzere Bildungsphase (frühere Einschulung, G8, Wegfall des Wehr- und Ersatzdienstes) zurück zu führen sein könnte. Zudem stehen Jugendliche heute unter schulischem Erfolgsdruck, da sie wissen, dass nur wer einen höheren Bildungsabschluss erzielt, später auch gute Ausbildungsmöglichkeiten vorfindet.
Die zentrale Frage war hier: Wie können diese Jugendlichen besser erreicht werden? Es wurde diskutiert, dass die Bemühungen bereits in den frühen Bildungsinstitutionen beginnen müssen und die Eltern eine wichtige Schlüsselrolle haben. Dieses Thema wird in den Netzwerken der Bildungsregion weiter diskutiert werden.
Die Überlegungen zielen darauf ab, in der Bildungsregion in den Handlungsfeldern „Vernetzung und Unterstützung“ die Zusammenarbeit der Bildungsinstitutionen im Lebensverlauf (Kita, Grundschule, weiterführende Schule) sowie mit anderen Hilfesystemen (z.B. Jugendhilfe) zu verbessern. Außerdem können im Handlungsfeld „Bildungsqualität“ Ansätze entwickelt werden, wie in den einzelnen Organisationen die Kinder und Jugendlichen bestmöglich gefördert werden können.
Dabei wurde sich das Plenum darüber bewusst, dass einige Entscheidungen der Bildungs- und Jugendpolitik auf Bundes- und Landesebene getroffen werden. Dennoch gibt es ausreichend Spielraum, um sich regional der Thematik anzunehmen.
- Flyer zur Shell Jugendstudie 2015
- Zusammenfassung der Shell Jugendstudie 2015
- Weitere Informationen zur Shell Jugenstudie 2015 unter diesem Link.

